Freitag, 3. Juni 2011

Der Ruf der Socke

Meine Socken reden mit mir! Also nicht die, die ich an den Füßen habe, sondern die, die ich zur Zeit so stricke. Jetzt könnt ihr natürlich denken, dass ich sie nicht mehr alle habe, aber damit ist mir ja auch nicht geholfen. Aber das Schlimme ist ja eigentlich auch nicht, DASS sie reden, sondern eher WAS sie so sagen! Da sitze ich eine halbe Stunde vor meinem Wollkörbchen, nehme diesen Strang in die Hand, oder jenen, überlege mir genau, welche Farbe mir im Moment gut gefällt und ob sie zu meinen Klamotten passt. Danach verbringe ich nochmal geraume Zeit damit, mir das zur Wolle und zu mir passende Muster auszusuchen. Und dann, voller Vorfreude, geht es los. Ich nehme die Maschen auf und stricke die ersten Reihen...und spätestens, wenn ich das Bündchen hinter mir habe, geht es los. Plötzlich rufen mir meine Socken Namen zu. Namen von Personen, bei denen sie wohnen wollen! Ich finde, dass ist ein Skandal! Da verbringe ich soviel Zeit damit, mir genau Gedanken zu machen, wie meine Socken werden wollen und plötzlich höre ich "diese Farbe würde auch sehr gut zu....passen" oder "meinst du nicht, dieses Muster wäre auch perfekt für....". Nun könnt ihr natürlich sagen "hör doch einfach nicht hin!" Ja, genau, dass können einem auch wirklich nur Leute empfehlen, die ihre Socken nicht sprechen hören, denn das versuche ich jedesmal. Bis ich kurz vor der Spitze bin, stopfe ich mir Watte in die Ohren oder singe laut ein Lied - keine Chance. Spätestens wenn entschieden wird, wie lang der Socken werden muss, weiß ich genau: Das werden nicht meine Socken. Warum nicht? Weil ich genau weiß, dass ich keine Freude an ihnen haben werde. Denn das Reden hört nicht auf, sondern wird immer nerviger. Bis ich schließlich meinen Frieden mit ihnen mache und ihnen die Erlaubnis gebe auszuziehen. Ein bißchen Angst habe ich schon, mir gleich ein neues Knäuel auszusuchen und die nächsten Maschen anzuschlagen, denn ich weiß inzwischen "dem Ruf der Socke muss man folgen!"


In diesem Sinne....noch ein Foto von der schönen Angelique, die nun flügge ist und bald auf Reisen gehen darf.

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