Freitag, 11. November 2011

Die wilde Socke an sich...

...ist etwas sehr feines. Die meisten StrickerInnen von handgefärbter Wolle träumen davon, dass ihre Socken nach dem Anstricken wildern mögen. Deshalb kaufen wir bergeweise handgefärbte Wolle, denn nur mit ihr ist dieses Farbphänomen überhaupt möglich. Fiese Ringel schafft jede Industriewolle. Bisher blieb jedoch die Tatsache, dass meine Socken manchmal wildern und manchmal (trotz handgefärbter Wolle) ringeln ein Buch mit sieben Wollsiegeln! Ich habe meine Socken immer mit einem Nadelspiel der Größe 3 gestrickt. Seitdem ich auch Merino und die British Falkland Hightwist verstricke, gibt es auch ein 2,5er. Ich habe mich immer an die Anleitungen gehalten (alles andere war für mich ein Frevel an der Designerin, die wird sich doch etwas dabei gedacht haben!!!!). Und wenn die Wolle dann wilderte, war die Freude groß, gab es Ringel, dann war die Enttäuschung nicht zu vermeiden. Aber ich ergab mich in mein Schicksal und dachte mir,  "das ist bestimmt mieses Wollkarma, weil Du wieder heimlich soviel Wolle gekauft hast".

Seit gestern läuft in der Wolle-Kunterbunt-Gruppe bei ravelry ein neuer KAL. Begonnen haben wir, dem Datum entsprechend, natürlich um 11:11 Uhr. Mir war ja gleich klar, das das vermutlich ganz närrische Socken werden würden. Aber als Karneval-Muffel mitten im Rheinland wollte ich dem Tag somit eine positive Wendung geben. Hätte ich doch vorher geahnt, was das für Konsequenzen haben würde...

Jedenfalls ist in der Gruppe gestern Abend eine große Diskussion entstanden, wie man die Socke zum wildern bringt! (Wie????? Man kann darauf Einfluss nehmen????) Es wurde darüber gesprochen, das man zwei Maschen mehr oder weniger aufnehmen soll (das darf man????) oder man solle eine 2,75er oder 2,25er Nadel nehmen (sowas gibt es????). Tja und dann klappt es auch mit der Socke, mit der wilden!

Das konnte ich doch nicht auf mir sitzen lassen.
Alle die mich kennen, wissen, das ich ein sehr sanftmütiger, ruhiger Typ bin, der einfach glücklich ist, wenn er irgendwo dabei sitzen darf und ein warmes Plätzchen zum stricken hat. Gestern wurde alles anders!!!
Hektisch wurde ich, sehr zum Erstaunen meiner drei männlichen Sofakollegen. Ich musste anstricken und wieder aufribbeln, ich zog Nadeln aus rumliegenden Wips um mit der Nadelstärke zu spielen, ich nahm mehr Maschen auf und weniger!!!!

Und dann...
platzte der gordische Wollknoten in meinem Kopf!!!
Ich kann es jetzt auch!!! Ich bin nicht mehr der Eigenmächtigkeit meiner Wolle unterworfen. Ich habe mich befreit aus der Unterdrückung der ringelnden Socken!!! Ich weiß, wie es geht!!! (Zumindest theoretisch) Ich bringe meine ringelnde Socke zum wildern!

Ich bin Herr der wildernden Socke!!!

Kommentare:

  1. *lach*
    Das ist doch ein tolles Gefühl, wenn man der Macht der Wolle nicht mehr länger unterworfen ist, oder?
    Aber lass dich nicht runterziehen, wenn es hin und wieder Knäule gibt, die sich "dieser Regel" nicht unterziehen und dich (egal was du auch versuchst) weiterhin ringeln! ;-)

    und als Anmerkung einer Designerin:
    Ich (und ich denke auch andere) haben absolut kein Problem damit, wenn man 2M mehr oder weniger strickt, als es in der Anleitung steht *grins*

    liebe Grüsse
    Regina

    AntwortenLöschen
  2. Na dann bin ich ja beruhigt, dass ich es auch auf die Wolle schieben kann, wenn mal wieder Ringel entstehen ;-)))

    AntwortenLöschen
  3. ebenfalls *lach*
    Genau das ist der Grund, warum ich angefangen habe meine Wolle selbst zu färben, ich brauch es wild, nichts anderes - nur wild, keine Ringel, wild!!!
    Ok, wenn es ringelt ist es auch nicht schlimm, aber meistens klappt es jetzt bei mir mit mal ne Masche weniger oder mehr. Und das wird auch ganz deutlich, wenn z.B. meine Freundin und ich dasselbe von mir gefärbte Garn verstricken und bei ihr kommen Ringel, bei mir wildert es. Aber der Ursprung dessen liegt in der Länge des Stranges. Die Wolle wird ja in Strangform gefärbt, aber je nachdem wo man seine Wolle kauft oder ob man selber wickelt, die Länge des Strangs ist nicht immer gleich, wenige Zentimeter machen da nämlich eine ganze Menge aus, und das kann man mit der Maschenzahl (vorsichtig gesagt) korregieren.
    LG und weiterhin natürlich frohes wildern :)

    AntwortenLöschen
  4. Hm, meine Uhr sagt 8:33, aber da steht 23:33
    ich denk einfach nicht weiter drüber nach...

    AntwortenLöschen
  5. Das mit der Uhrzeit liegt daran, das der Blog hier auf einem (ich glaube) amerikanischen Server liegt. Deshalb steht auch noch das Datum von gestern über meinem Post. Hab ich leider keinen Einfluss drauf! :-)

    AntwortenLöschen
  6. Da freue ich mich aber, denn das heisst ja im Umkehrschluss, dass du jetzt die günstige Industriewolle kaufen kannst. Da platze ich und vor allem mein Geldbeutel vor Freude ;-)

    AntwortenLöschen
  7. Toll, dass Du das mit dem "wildern" rausgekriegt hast. Ich muss auch noch einmal experimentieren, habe noch keine Socke richtig zum Wildern gebracht. Bin schon auf Deine Anstrickbilder gespannt!

    Grüßle von der Schwessin!

    AntwortenLöschen
  8. Mein lieber Schatz! Da muss ich Dich leider enttäuschen. Wenn Du aufmerksam gelesen hättest, dann wüsstest Du jetzt, das man Industriewolle nicht zum wildern bringen kann. Deshalb werde ich wohl auch weiterhin Deinen Geldbeutel strapazieren....aber da Du mich ja liebst, kannst Du mir das bestimmt verzeihen ;-)))

    AntwortenLöschen
  9. Hallo Sabine!
    Ja ich bin auch ganz stolz, aber erst die Zeit wird zeigen, ob mir das jetzt auch bei anderen Socken gelingen will!
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  10. Oh oh, liebe Hilde,
    nun steh ich da und weiß nicht weiter...
    was, um alles in der Welt, ist denn eine wildernde Socke? Kanns mir ja schon irgendwie zusammenreimen, hätte aber doch gerne eine fachliche Erklärung dieses Sachverhalts.
    Büdde, büdde, erklärs mir doch... :-))

    Ganz liebe Grüße von Susi

    AntwortenLöschen
  11. Wie die "fachliche" Erklärung genau ist, kann ich Dir auch nicht sagen. Aber mit meinen Worten: Eine wildernde Socke, ist eine Socke bei der die Farbverläufe des Garns so übereinanderliegen, dass große Farbflächen entstehen. (Montag stelle ich ein Foto ein). Das hat den Vorteil, das das Ganze insgesamt ruhiger wirkt und auch aufwändige Muster schön zur Geltung kommen, die von Ringeln leider oft geschluckt werden.
    Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich???
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  12. Hallöchen,

    wie verschieden doch immer die Geschmäcker sind - und ich bin immer tief unglücklich, wenn ich mir Ringel erhoffe keine zu bekommen. Dann werde ich das doch glatt auch mal probieren *lach*

    Liebe Grüsse

    AntwortenLöschen
  13. In der Tat, das sollte auch anders herum funktionieren ;-))) Viel Erfolg!!!

    AntwortenLöschen
  14. Ahso, dann war ich doch auf dem Holzweg.
    Ich dachte nämlich genau andersrum, die Ringel sollten sich möglichst wild ringeln und eben KEINE Farbflächen ergeben.
    Bei mir ist es nämlich meist so wie bei lottapauline, dass ich Farbflächen erhalte und doch eigentlich Ringel will :-)
    Siehste, so kanns auch gehn.
    Dank dir für die Erklärung, Hilde!

    Liebe Grüße und einen stressfreien Abend,
    Susi

    AntwortenLöschen