Sonntag, 23. Dezember 2012

Weihnachten

Ich sehn' mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub', ich hab's einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei's Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön'
ein's jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd' still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb' bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!
Hermann Hesse
 
 
 

Kommentare:

  1. Hallo liebe Hilde,

    nachdem ich leider keine E-Mailadresse von dir hier finde, schreibe ich dir eben in den Postkommentar.

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein fröhliches Weihnachtsfest und viele gemütliche Stunden an den Feiertagen!

    Ganz liebe Grüße Susi

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  2. Vielen lieben Dank, liebe Susi,

    ich freue mich sehr, dass Du meinen Blog so regelmäßig besuchst und durch Deine lieben Kommentare zu seiner Lebendigkeit beiträgst! ♥

    Eine gesegnete Weihnachtszeit für Dich und Deine Familie!

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  3. danke für das schöne Gedicht, das ist so wahr...

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