Dienstag, 25. November 2014

Traumhaftes Wetter...

...hatten wir,
als wir uns am Samstag
einer Führung des Kulturkreises Irschenberg anschlossen.

 
Die Führung hatte das Thema:
"Von Mythen und magischen Orten"
und wurde von Gretel Rombach geleitet,
die das wirklich mit sehr viel Hingabe und Leidenschaft gemacht hat.
 
Begonnen haben wir beim Erdstall in Reichersdorf.
 
Ein Erdstall ist ein mittelalterliches, von Menschenhand geschaffenes, unterirdisches Gängesystem, dessen Nutzen bis heute völlig ungeklärt ist.
 
Wenn man einmal in so einem Erdstall war, weiß man warum...
 
es ist eng, niedrig, es gibt keinen Ausgang und keine Frischluftzufuhr, auch keine Lagermöglichkeiten....keine Ahnung, was die Menschen damit gemacht haben.
 
Und doch gibt es an die 700 Stück von diesen unterirdischen Gängen, die sich von Tschechien über Süddeutschland und Österreich bis nach Frankreich ziehen.
 
Sie sind nie gleich und doch alle irgendwie ähnlich.
 
Unser Erdstall befindet sich im Privatbesitz eines Bauern und wird immer wieder freundlicherweise für Führungen zugänglich gemacht.
 
Entdeckt wurde er ca. 1640 als der damalige Bauer einen Brunnen graben wollte.
Kurze Zeit später wurde dann über diesem Tunnelsystem diese Kapelle errichtet.
 
 
Früher befand sich ein direkter Zugang von der Kapelle in die Gänge.
 
 
Diese sind heute allerdings versperrt.
 
 
Der Zugang von außen ist natürlich nachträglich stabilisiert worden, aber die Gänge unter der Erde sind alle noch im Originalzustand.
 
 
Bilder der Erdställe,
oder Schratzllöcher, wie sie hier im Volksmund genannt werden,
 kann ich euch nicht bieten, es ist dort unten stockdunkel und man muss mit ordentlich eingezogenem Kopf da durchgehen, zum Ende hin auf allen vieren. ;-)
Da müsst ihr wohl selber mal eine Begehung machen.
 
(Schratz = koboldhaftes Wesen, Waldgeist, Zwerg)
 
Weiter ging es dann in Weyarn.
Dort gingen wir zur Fentbach-Schanze.
Ein ehemaliges keltisches Oppidum, das auf ca. 2000 Jahre datiert wird.
 
Von diesem Dorf ist allerdings nur noch der Wall erhalten.
Hier sieht man den unteren Wall....
 
 
...welcher besonders gut bei Schnee aus der Vogelperspektive zu erkennen ist.
 
Und hier den eigentlich Hauptwall.
 
 
Das Gelände wurde inzwischen ausführlich vermessen, für archäologische Grabungen fehlt aber leider das Geld.
 
Hier hat man den Zugang zum inneren des Walls...
 
 
...ob sich aber auch damals an dieser Stelle das Tor befunden hat, ist nicht historisch belegt.
 
Im Inneren lassen sich die Ausmaße gut daran erkennen, dass der Innenbereich dank des Bauern von einer Verwaldung befreit bleibt.
 
 
Wer Interesse an solchen Stätten innerhalb des Landkreises hat, dem kann ich eine Führung mit Frau Rombach wirklich nur ans Herz legen.
 
Wir hatten einen tollen Tag...
 
 
...an dem sich zum Abschluß
auch noch die Berge aus dem Nebel hoben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Kommentare:

  1. Vielen lieben Dank für den Tipp! Und für Deine, wie immer, wunderschönen Fotos! Es gibt so Vieles vor der Haustür, von dessen Existenz man noch nie gehört hat. Wirklich, ich habe noch nie was von einem Erdstall gehört, und dann gibt es sowas auch noch ganz in der Nähe. Und an dem Wall bin ich bestimmt auch schon 1000 x vorbeigefahren...
    Ganz liebe Grüße
    Betsy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Du Liebe,

      ich freu mich ja immer, wenn meine Beiträge und Fotos euch gefallen. Mir ging es in NRW genauso. Wenn man irgendwo aufwächst, dann zieht es einen immer in die Ferne und das was man direkt vor der Haustür hat, schaut man sich gar nicht mehr an. Aber da das hier ja alles "Neuland" für mich ist, hab ich hier immer viel Spaß an solchen Erkundungen. :-)

      Ganz liebe Grüße in den Nachbarlandkreis <3

      Löschen
  2. Das klingt nach einem schönen Tag. Deine Fotos sind jedenfalls sehr schön.
    LG
    Ingrid

    AntwortenLöschen